Interview

Die Wahrheit liegt im Atem zwischen zwei Sätzen

Ein Gespräch mit der Regisseurin Adriana Falk

Für ihre Uraufführung „Die Stille der Mauern“ hat sich Regisseurin Adriana Falk auf eine Reise in die Abgründe der Erinnerung begeben. Ein Gespräch über Figuren, Räume und das Unsagbare.

Frau Falk, Ihr neues Stück wirkt sehr persönlich. Welche Geschichte wollten Sie unbedingt erzählen?

Mich fasziniert, wie Erinnerungen arbeiten. Sie sind nie still, nie abgeschlossen. In „Die Stille der Mauern“ wollte ich erkunden, wie Räume zu Zeugen werden – und wie schwer es sein kann, sich ihnen zu stellen.

Ihre Inszenierungen sind oft sehr bildstark. Womit arbeiten Sie diesmal?

Mit Leere. Und mit Stille. Wir schaffen Räume, in denen jede Bewegung zählt. Das Publikum soll spüren, dass zwischen zwei Sätzen manchmal mehr passiert als in einem ganzen Monolog.

Wie sind Sie mit dem Ensemble an den Stoff herangegangen?

Wir haben lange improvisiert, bevor es einen fertigen Text gab. Lea Winter und Jonas Albrecht haben Erinnerungen an ihre Elternhäuser mitgebracht – nicht, um sie zu erzählen, sondern um zu verstehen, wie sich ein Raum anfühlt, in dem man nicht mehr zu Hause ist.

Welche Rolle spielt das Bühnenbild?

Tomas Reinhold hat ein Haus gebaut, das sich während des Abends langsam leert. Möbel verschwinden, Wände werden durchlässig. Am Ende stehen die Figuren in einem Raum, der nur noch aus Licht besteht.

Was wünschen Sie sich vom Publikum?

Neugier. Und den Mut, sich berühren zu lassen.

Zur Person

Adriana Falk, geboren 1984 in Graz, inszeniert seit 2012 an Stadt- und Staatstheatern im deutschsprachigen Raum. „Die Stille der Mauern“ ist ihre dritte Arbeit am Theater am Stadtpark und ihr erstes eigenes Stück.

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Zwischen zwei Sätzen passiert manchmal mehr als in einem ganzen Monolog.

Adriana Falk
TheaterZeit – Theater am Stadtpark

Das Magazin des Theaters am Stadtpark · Spielzeit 2026/27

Interview – TheaterZeit 2026/27